Fake News!: Mehrheit für Weinviertel-Fracking

Ein Umfrageinstitut aus dem südlichen Niederösterreich, welches Studien für die OMV erstellt, veröffentlichte eine qualitätsarme Studie zum Thema Fracking im Weinviertel. Dabei wurden 485 Antworten ausgewertet und repräsentativ für Österreich dargestellt.

Selbst, dass 85% der Befragten angeben nichts von Fracking zu wissen, hinderte Österreichische niveaulose Revolverblattjournalisten und reißerische Boulevardmedien wie zum Beispiel orf.at nicht, diese „Studie“ als Österreichische Mehrheitsmeinung zu veröffentlichen.

Ich lade jeden gerne ein, unter dem weiter unten angeführten LinkedIn-Link diese „Studie“ zu kommentieren. Nachdem sämtliche Agentur-Mitarbeiter diese Studie geliked haben. Die Frage wie man seriös aus einer Studie eine Aussage ableiten kann, nachdem 85% der Befragten angaben von dem Thema keine Ahnung zu haben!?

Unsere Stellungnahme dazu:

Sehr geehrter Herr Novak,

In ihrem herausragend schlechten Beitrag heute Morgen im Radiojournal auf Radio NÖ (https://noe.orf.at/player/20220921/NGM/1663740103513) verbreiten Sie Fake News. Ihr Beitrag ist ein wesentlicher Tiefpunkt an niveaulosem und qualitätslosem Journalismus. Völlig zurecht ist das Vertrauen in den ORF auf einem Tiefpunkt. Völlig zurecht laufen die GIS-Gebührenzahler bei der niveaulosen Leistung davon. Sie selbst arbeiten mit solchen Beiträgen am Niedergang dieses stolzen, traditionsreichen Unternehmens. Die ORF-KollegInnen, die sich um Qualität in Journalismus und Berichterstattung bemühen, können sich bei Ihnen für den, zurecht, schlechten Ruf, Misstrauen und Abwendung bedanken.

Sie berichten über eine Umfrage die eine „Agentur“ ohne Auftraggeber, als Eigenstudie erstellte (https://www.linkedin.com/posts/thomas-schwabl-27a7b0b2_fracking-in-at-activity-6977918019570135040-_hQ2?utm_source=share&utm_medium=member_desktop).

  • Haben Sie recherchiert, wie oft diese „Agentur“ denn schon jemals eine so spezifische Umfrage „ohne“ Auftraggeber durchführte? Kommt ihnen das nicht spanisch vor?
  • Ist Ihnen aufgefallen, dass die „Agentur“ stolz die OMV als Referenzkunden anführt?
  • Haben sie erwähnt, dass die Befragten sich bei dieser „Agentur“ registrieren und so ein Zubrot dazu verdienen? Die Befragten also für Geld ihre Antworten abgeben!
  • Also nebenberuflich diese Fragen beantworten? Haben sie erwähnt, dass knapp 70% der Befragten unter Maturaniveau sind?
  • Dass knapp 85% angeben keinen oder „mittelmäßigen“ Wissensstand zu Fracking zu haben? Und sie dennoch diese Antworten als Wert ansehen, im Radio gebracht zu werden?
  • Haben Sie erwähnt, dass über 66% der Befragten, die unter Maturaniveau sind und diese Fragen beantworten, um Geld zu verdienen, gar nicht wissen, dass es Shale Gas im Weinviertel gibt?
  • Haben Sie erwähnt, dass die „Agentur“ bei den Fragestellungen lügt? Dass die „Agentur“ bei der Fragestellung behauptet, dass die Montanuni Leoben ein umweltschonendes Verfahren zum Fracking entwickelt hat. Dabei aber aktiv und vorsätzlich verschweigt, dass diese Methode noch nie zum Einsatz kam? Dass diese Methode ebenso bestehendes Lagerstättenwasser mit all den Chemikalien einsetzt? Dass bereits im Jahr 2009 Halliburton mit ihren „Clean Fracking“ Produkten Clean STIM, Clean Stream, Clean Wave scheiterte? Dabei wurde ebenfalls versucht mit Kaliumcarbonat und UV-Licht all die schrecklichen Chemikalien zu ersetzen. Und Halliburton scheiterte! Und es funktionierte nicht! All das verschweigt diese „Agentur“ vorsätzlich und aktiv bei den Fragestellungen an die Menschen mit niedriger Bildung, welche diese Fragen für Geld beantworten. Die „Agentur“ die die OMV stolz als Referenzkunden anführt und diese sehr sehr spezifische Studie zu Shale Gas ohne Auftraggeber durchführt.
  • Dass in dieser Studie knapp 60% glauben, man könne mit Erdgas Brücken bauen? Die glauben tatsächlich, Erdgas wäre eine Brückentechnologie? Oder meint diese „Agentur“ das Lobbyisten-Unwort, um eine Lüge zu verkaufen?
  • Dass diese „Agentur“ bei ihren Fragen proaktiv verschweigt, dass Schiefergasfracking im Weinviertel zur jetzigen Versorgungsunsicherheit keinen Beitrag leisten kann? Dass frühestens in zehn Jahren der erste Tropfen Shale Gas fließen kann? Also nach 2030?
  • Dass diese „Mehrheit“ für Fracking auf den Antworten von 485 Personen mit überwiegend niedriger Bildung, ohne Wissen über Fracking und Vorkommen in Österreich basiert, die sich dafür bezahlen lassen?
  • Dass diese „Mehrheiten“ in absoluten Zahlen bei dieser „Studie“ ohne Auftraggeber 254 Personen sind, die sich für Fracking aussprechen und, dass 310 Personen sich für die Anwendung von „Clean Fracking“ aussprechen. Ohne zu wissen, dass Clean Fracking defacto unmöglich ist? Sie bezeichnen 254 Personen in einem ORF-Beitrag als repräsentative Mehrheit in Österreich? Das ist erbärmlich! Kommen Sie mal ins Weinviertel. Sie werden zehnmal so viele Menschen finden, die eine andere Mehrheit vertreten.

Ich schäme mich unermesslich, mit meinen GIS-Beiträgen so einen „Journalismus“ zu unterstützen. Ihr Beitrag ist niveauloser Auftrags- und Kampagnenjournalismus. Sie bauen sich damit ein Denkmal für kommende Generationen, wenn unsere Kinder und Enkel sich fragen, wie es zu unserer Zeit zu der Zerstörung unseres Lebensraums kommen konnte. Die Moderatorin leitet den Beitrag mit „…Felix Novak informiert…“ ein. Richtig wäre „…Felix Novak desinformiert…“. Eine Schande!

Mit freundlichem Gruß

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