Frank Hillebrand hat einen tollen und lesenswerten Text verfasst:

Ich habe mich jetzt schon seit einigen Monaten mit dem Thema beschäftigt und hatte die selbern Bedenken. Die bösen Batterien mit ihrer Lithium-Gewinnung richten die Welt zu Grunde. Ich denke mittlerweile komplett anders und das hat verschiedene Gründe.
Chile ist reich an Bodenschätzen. Neben Kupfer (der Tagebau ist ungefähr 4,3km lang, 3km breit und 1km tief), Antimon, Molybdän auch andere begehrte Stoffe. Und ein weitere dieser Stoffe ist Kaliumchlorid. Es wird aus der Sole gewonnen, dem salzhaltigen Grundwasser (das im übrigen keiner trinken kann!!!). Und Kaliumchlorid ist nichts anderes als Streusalz! In der Atacama wird salzhaltiges Grundwasser hoch gepumpt, in Sammelbecken geleitet und das Wasser verdunstet, übrig bleibt Salz. In diesem Salz gebunden steckt das Lithium, welches in einem weiteren Schritt dem Salz entnommen wird. Jedes Kilogramm Lithium, welches gefördert wird, ist zu 100% wiederverwendbar! Aus den Alt-Akkus kann es komplett zurück gewonnen werden und wird in neuen Akkus verbaut. Man sagt, ab 2050 ist so viel Lithium im Umlauf, dass es keiner weiteren Förderung bedarf. Sprich: Wir haben einen Kreislauf! Im Endeffekt macht es also mehr Sinn, den Winterstreudienst zu verbieten, als das Elektroauto.
Wie ist das bei einem Liter Öl? Jeder geförderte Liter ist für IMMER WEG! Und kommt nie wieder. In Kanada werden gerade Quadratkilometerweise Wälder gerodet, um Ölsand zu fördern. Wie viele Kriege wurden im Namen des Öls geführt? Spricht keiner von, läuft ja alles so wie es ist!
Jeder regt sich auf, dass der LKW neben einem Stinkt, oder das vor einem das Auto qualmt, und nun gibt es was Neues, was nachweislich besser ist (ich betone nachweislich) und alle regen sich auf.

– Was, ich muss nie wieder bei Schneeregen tanken?
– Wie, das Auto ist voll „getankt“ wenn ich morgens einsteige? Skandal!
– Ich kann per App die Standheizung/Klimaanlage an schalten und es schön warm oder kühl im Auto wenn ich einsteige?
– Reichweite (je nach Modell) 150-600km? Ich will 1000km fahren am Stück!
– Was, ich muss nach 3h Autofahrt 30min Pause machen zum Laden (abhängig vom Wagen)? Ich will aber sofort nach 90sec. tanken wieder los fahren können!
– Ich sollte mit einem eAuto nur 120-130km/h? Ich will aber 210km/h fahren, immer und ständig!

Zum Lithium selber:
Lithium wird für viele Dinge benötigt. Allein für die Glas und Keramik Industrie wird ca. 1/3 der Jahresförderung eingesetzt. Oder auch Kunststoffe, Klimaanlagen, Arzneimittel, etc. 2018 wurden 54% der Jahresförderung für andere Dinge verwendet, aber nicht für Akkus (jeglicher Art). Verzichten wir deshalb auf unsere Scheiben im Haus? Kein Verbrenner würde ohne den Einsatz von Lithium fahren, bislang hat das aber niemanden gestört…
Schaut man sich die restlichen 46% Jahresförderung an, teilen sie sich sich wie folgt auf:
– 4% Andere (ele. Zahnbürsten, Rasierapparat, etc.)
– 5% Elektrowerkzeuge (Akkuschrauber, etc.)
– 9% Smartphones und Tablets
– 10% Elektroautos
– 18% Mobile Computing (Notebooks, etc.)

Das heißt, nur 5% der Jahresförderung vom Lithium kommt in ein Autoakku! Und alle regen sich auf?! Für „Mobile Computing“ wird doppelt so viel Lithium verwendet, warum stört das keinen?
Es ist ja richtig, kritisch zu sein und wie gesagt, bis vor einigen Monaten/Wochen war ich das auch. Wenn man sich aber ein wenig einlist und vor allem die Pauschal-Aussagen hinterfragt, bekommt man ein ganz anderes Bild.
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen, ein eAuto ist IMMER sauberer als ein Verbrenner. Und nein, nicht erst nach 7 oder 8 Jahren, so wie immer wieder falsch aus einer Schwedenstudie zitiert wird.

Unsere Nachbarländer machen es uns vor:
– Norwegen verbietet ab 2025 den kauf von Verbrennern! Schon jetzt ist jeder zweite Neuwagen ein eAuto!
– China, Island, Israel, Indien, Irland, Niederlanden, Schweden und Dänemark, ab 2030, keine Verbrenner mehr zu kaufen!
– Frankreich, Großbritannien, Taiwan und Kalifornien ab 2040
– Nur wir Deutschen (Trottel) und einige andere US-Bundesstaaten wollen erst ab 2050 aussteigen….
Haben wir halt wieder eine Technologie verpasst und andere Länder machen uns vor. wie es geht! Indien… sogar Indien macht uns was vor…
Wir steigen dieses Jahr um. Wenn alles gut läuft sind bis zum Herbst unsere beiden Verbrenner weg. Pro Wagen rechnen wir ca. 1000kWh mehr Strom. Bei 27,5Cent die wir bezahlen macht das 275Euro „Spritkosten“ im Jahr je Auto. Das ist in etwa die hälfte von dem was wir Jetzt zahlen. Dazu 10 Jahre keine KFZ-Steuern, plus kostenlose Ladestationen hier und da, plus keine Maut, plus ich darf überall hin fahren, plus kostenfreies parken, plus, plus, plus… PV-Anlage kriegen wir auch noch, dann sparen wir uns im Idealfall die kompletten Spritkosten.
Man sagt ja immer, es werden „25 Millionen Liter Grundwasser täglich in der Atacama-Wüste gefördert“. Nach dem Fördern verdunstet es und kommt als Regen wieder… Also es wird ja kein Wasser verschwendet wie es immer dargestellt wird.
In Kanada werden täglich 1,5 Millionen Barrel (ein Barrel = 159 Liter) Öl aus Ölsand gefördert und fragwürdigsten Bedingungen.
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Zitat aus dem Link:
https://www.planet-wissen.de/…/pwieoelsandabbauinkanada…
Beim Ölsandabbau geht es um gewaltige Mengen, was man allein daran sieht, dass man zwei Tonnen Ölsand benötigt, um ein Barrel Öl zu gewinnen. 2012 wurden in Alberta täglich 1,5 Millionen Barrel Öl aus Ölsanden gewonnen.
Geht es nach dem Willen der Erdölproduzenten, könnten es 2020 mindestens drei bis fünf Millionen Barrel pro Tag sein. Dass dieses „größte Industrieprojekt des Planeten“, wie Greenpeace den Ölsandabbau in Kanada nennt, nicht ohne Folgen für die Umwelt bleiben kann, ist klar und fällt sofort ins Auge:
Aus riesigen Flächen Nadelwald sind trostlose Mondlandschaften mit Giftteichen und Schwefelbergen geworden.
Um einen Liter Bitumen aus dem Sand zu waschen, braucht man fünf Liter Wasser – Wasser, das danach ein mit Schwermetallen und zum Teil krebserregenden Kohlenwasserstoffen verseuchter Schlick ist und in Klärteichen gelagert wird.
Diese künstlichen Seen voller Giftbrühe sind zusammengenommen mit 130 Quadratkilometern bereits halb so groß wie Frankfurt am Main. Das kanadische „Pembina Institute“, das sich mit Energie- und Umweltfragen beschäftigt, schätzt, dass elf Millionen Liter des giftigen Abwassers täglich ins Grundwasser und die umliegenden Flüsse sickern.
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So stehen also 11 Millionen Liter verseuchtes Wasser das auf Jahrzehnte die Umwelt belastet, gegen 27 Millionen Liter sauberes Regenwasser was irgendwo vom Himmel fällt.
Ich bin gegen generelle Fahrverbote. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Thema Verbrenner ist in 5, spätestens 10 Jahren in meinen Augen sowieso durch. Bestimmt nicht für alle Einsatzgebiete. Aber für den PKW-Markt ist das Thema durch, dafür überwiegen die Vorteile zu stark! – Frank Hillebrand